Ganz früher mal stand hier ein großes Hotel :  "Waldschlößchen"

Tiefensee

Tiefensee ist ein kleiner Ort an der heutigen B 158 im Landkreis Barnim. Kaum mehr als 250 Einwohner zählt dieser Ort am Gamensee, eingebettet im Gamengrund, einem eiszeitlichen Relikt, dem man heute seine landschaftlichen Reize verdankt.

Tiefensee, eine Siedlung, die ihren Namen wahrscheinlich dem ,,tiefen Waldsee", dem Gamensee, verdankt, war erst seit 1925 eine eigenständige Gemeinde und im Zuge der Gemeindegebietsreform im Jahr 2003 ist Tiefensee nunmehr ein Ortsteil der Stadt Werneuchen. Tiefensee verfügt über keine Kirche, keinen Marktplatz und erst seit 1925 über einen eigenen Friedhof.

Bekannt ist der Ort seit den 30iger Jahren für viele Berliner als Ausflugsort. Sieben Gaststätten gab es früher in dem kleinen Ort. Die Regionalbahn und Sonderzüge, auch Busse brachten früher die Ausflügler nach Tiefensee.

Zu Himmelfahrt gab es in Tiefensee, und gibt es heute wieder, den "Heiratsmarkt" - ein Familienfest mit alter Tradition.

Am See wurde bereits 1925 die erste Jugendherberge eingeweiht, die schon 1937/38 neu gebaut wurde, weil sie den wachsenden Übernachtungsansprüchen nicht mehr gewachsen war. In den letzten Kriegsmonaten diente sie dann als Lazarett und brannte 1945 gänzlich ab.
Sie wurde auch nicht wieder aufgebaut.

Heute befindet sich dort der international bekannte Zeltplatz "Country Camping" der seit dem Jahr 2005 von der Familie Voß betrieben wird.

Nicht zu vergessen ist das Leben und Wirken des bekannten Pädagogen und Sozialdemokraten Adolf Reichwein, der von 1933 bis 1939 in Tiefensee eine Schulleiterstelle erhielt. Beteiligt an Plänen zum Staatsstreich um Stauffenberg im Sommer 1943, wurde er 1944 verhaftet und in Berlin- Plötzensee hingerichtet.

Heute bemüht sich der Ortsteil um ein greifendes Touristenkonzept, um in Tiefensee wieder Gewerbe anzusiedeln. Der Ortsteil soll neben den landwirtschaftlichen Reizen auch wieder an Attraktivität und Popularität gewinnen.

Landesfeind, Ortsbürgermeister

Unsere Anfänge

Aus der Geschichte von Tiefensee und der Familie Kaliebe

Auf der Seite der Stadt Werneuchen, zu der Tiefensee gehört finden sich zwei tolle Berichte, einmal von Rudolf Schmidt, einem bekannten Regionalhistoriker und von Friedrich Binski, die ich Ihnen hier zeigen möchte:

Über Tiefensee

Nr. 135 + 15.Juli 1013

Aus der Heimat - Halbmonatsschrift zur Pflege heimatlicher Interessen
Amtliches Organ der Vereinigung Brandenburgischer Museen

Herausgeber: Rudolf Schmidt, Eberswalde
Verlag: Eberswalder Verlagsbuchdruckerei W. Jancke, Eberswalder Zeitung

Tiefensee

Mit seiner reizvollen Umgebung ist seit vielen Jahren ein sehr beliebter Ausflugspunkt. Es gibt aber wohl kaum ein Gemeinwesen, das gesplitterter wäre als Tiefensee, denn wir unterscheiden: Eisenbahn – Haltestelle Tiefensee, die politisch zur Oberförsterei Eberswalde gehört – Tiefensee, Anteil Freudenberg, zur gleichnamigen Gemeinde gehörig – sowie zwei weiter Anteile Tiefensee, zu Gut und Gemeinde Leuenberg gehörig. Diese Zerrissenheit ist nicht etwa von je her gewesen, sondern Tiefensee war ursprünglich ein Dorf, das allerdings schon ziemlich früh wieder entvölkert wurde und dann ganz zerfiel. Wie es scheint, ist es eins jener Dörfer des Barnim gewesen, welche durch den Schwarzen Tod um das Jahr 1340 ihrer Bewohner beraubt wurde. Die Holzbauten zerfielen, und die Feldflur bedeckte sich mit Gestrüpp, weil niemand sich mehr darum kümmerte. Daher heißt es auch in Kaiser Karls IV. Landbuch vom Jahre 1375, daß von Typhensee – so wurde es damals geschrieben – der Umfang der Feldflur nicht mehr bekannt sein, weil es „seit alters nicht bebaut worden und stets wüst gelegen habe.“ Es gehörte der Familie von Sparr, welche zur Leistung der darauf bestehenden Vasallendienste verpflichtet sei. Dann heißt es weiter: „est ibi stagnum quod dicitur Godem non locatum.“ Es ist das die erste urkundliche Erwähnung des Gamensees, der damals nicht verpachtet war und auf dem die Fischerei ruhte.
Wenn von jetzt ab in der Geschichte einmal die Rede von Tiefensee ist, dann wird nur immer von dem „wüsten Feld Tiefensee“ gesprochen. Nach 1473 besaßen die Gebrüder Sparr „dat wuste felt mit aller Gerechtigkeyt thu Diepensee.“ Diesen ihren Anteil, wozu die Hälfte der Kienberger Heide gehört, verkauften die Sparrs im Jahre 1668 an den Oberpräsidenten von Schwerin, von welchem ihn im Jahre 1708 König Friedrich I. käuflich erwarb und zur „Königlichen Herrschaft Alt – Landberg“ (Amt Alt – Landsberg) schlug.
Den anderen Eigentumsanteil hatten die Sparrs um 1400 an die Besitzer von Steinbeck, die Familie Dobbricjow (Doberkow) abgetreten, denen im Jahre Jahre 1451 Frau Ebel von Arnim „ein halb schogk von der Dorfstätte zu Difensehe vor 5 schogk“ abkaufte. Mit dieser halben Feldmark „mit den wassern und Fischereien, Holzungen und allem rechte“ gab es am 18. März 1472 Kurfürst Albrecht Achilles den Gebrüdern von Pfuel zu Lehn, die bekanntlich Lehnsinhaber von Leuenberg waren. Als soches verblieb es nicht mehr bei den unmittelbaren Besitzungen der Familie von Eckardtstein, die Leuenberg seit 1795 besitzt – sondern wurde 1820 in Erbpacht ausgetan und 1847 für 18000 Taler an den Erbpachtbesitzer C. A. F. Fuhrmann verkauft.



Rudolf Schmidt - Kreisarchiv Barnim

Emil Kaliebe

Emil Kaliebe, Tiefensee’s erster Bürgermeister
Von Friedrich Binski

Wenn auch der Name „Tiefensee“ sich schon vor 700 Jahren in alten Urkunden nachweisen lässt ( Dephense, Typhense 1375 ), eine Gemeinde mit allen Rechten und eigener Verwaltung wurde Tiefensee erst am 20. November 1925. Dies ist der Geburtstag der Gemeinde. Es war kein Geschenk von „oben“, diese Rechtstellung. Sie hatte erkämpft werden müssen

gegen die konservativen Kräfte am Ort und in den Nachbargemeinden. Der den Kampf begann und ihn mit Zähigkeit durchführte, bis er das Ziel erreicht hatte, war der Gärtnermeister Emil Kaliebe (geb. 13. Dezember 1880, gestorben 16. April 1956), ein Lehrersohn aus Pommern. Viele Jahre hindurch war er als Gutsgärtner beim Gutsbesitzer in Beiersdorf im Dienst. Ein Mann von besinnlicher Art, der bei seiner Arbeit wie in seinen Mußestunden sich Gedanken machte über Gott und die Welt, über die Menschen und ihr Gebaren, über politische Zusammenhänge, über das Streben nach Freiheit und Unabhängigkeit. So schrieb er einst: „Wer geraden Hauptes und mit festem Charakter durch das Leben schreitet, der braucht schwankende Menschen und deren üble Launen nicht zu fürchten; der widersteht allen Anfeindungen und Stürmen dieses Leben.“.

Auf seine Art ein Philosoph, suchte er Belehrung in philosophischen und politischen Schriften und formte sich ein Weltbild, das ihm festen halt gab. Wen könnte es verwundern, wenn dieser Mann nach Selbstständigkeit und einem Eigenheim strebte? Er erwarb in Tiefensee ein altes Grundstück (vermutlich das ehemalige „Kreisgärtner-Etablissement“ aus der Zeit Friedrichs II.) und dazu noch einen Hektar Ödland. Mit einem geradezu beispielhaften Fleiß veredelte er den mageren Boden und legte eine Gärtnerei an. Lange bevor für die anderen der Tag begann, war er am Werk und holte mit der Karre Laub und Humus und Dung von Straßen und Wegen, dabei unterstützt von seiner nicht minder fleißigen Frau und Schwester. Ein Treibhaus entstand, mit eigenen Händen und der Unterstützung eines Verwandten erbaut, später kamen zwei weiter hinzu.

Schließlich erbaute er auf dem Gärtnergelände 1920 erst ein kleines, dann 1925 erheblich vergrößertes Wohnhaus. Das kleine Unternehmen gedieh prächtig, gedüngt mit den Schweißtropfen der ganzen Familie. Auch Sohn und Enkel erlernten das Gärtnerhandwerk, und gemeinsam führten sie den „Gartenbaubetrieb“ auf eine beachtliche Höhe. Der Kundenkreis erweiterte sich ständig, reichte schließlich weit in den Kreis und bis Berlin.

Mit derselben Zähigkeit und Beharrlichkeit, mit der Emil Kaliebe seine privaten Ziele erreichte, ging er auch daran, für den Ort die Selbstständigkeit zu erringen. In seinen 490 Versen und Spruchweisheiten finden sich die Worte:

"Denken und Streben bestimmen das Leben,
führen den Menschen zum guten Ziel!“

Im Jahre 1920 begann er für die Selbstständigkeit des Ortes zu werben, Zustimmungen zu sammeln. Dann reichte er einen entsprechenden Antrag ein. Amtsvorsteher und Bürgermeister der beteiligten Gemeinden sträubten sich gegen dieses Bemühen. Vermutlich fürchteten sie, Einbuße an Steuern und Gebühren zu erleiden. Vielleicht wehrten sie sich auch gegen eine Einschränkung ihres Machtbereiches, ihrer Einflusszone. Kaliebe ging gegen die ablehnenden Bescheide vor, sprach persönlich beim Landrat in Freienwalde und beim Regierungspräsidenten in Potsdam vor und erreichte schließlich, dass ein Vertreter des Regierungspräsidenten zu einer Ortsbesichtigung entsandt wurde. Er sollte durch diese Besichtigung die Frage klären, ob Tiefensee eine „geschlossene Ortschaft“ bilde. Emil Kaliebe führte ihn durch den Ort. Ergebnis: jawohl, Tiefensee ist eine „geschlossene Ortschaft“. Das war eine Vorrausetzung für die Selbstständigkeit des Ortes. Es war die letzte Feststellung vor dem endgültigen Beschluss, dem Dorf die Eigenschaft einer selbstständigen Gemeinde zuzuerkennen.

Am 20.November 1925 hatte dann das Preußische Staatsministerium den Beschluss gefasst, durch den Tiefensee eine selbständige Gemeinde wurde. Emil Kaliebe wurde kommissarisch mit der Verwaltung der Gemeinde beauftragt und hat die nötigen Schritte einzuleiten zur Wahl der Gemeindevertretung, der Schöffen und des Bürgermeisters. Am 21 März 1926 fanden die Wahlen statt. Kaliebe wurde der erste Bürgermeister der neune Gemeinde. Nun ergab sich eine ganze Reihe neuer Aufgaben. Die Gemeinde brauchte einen Friedhof. So lange mussten die Ortseinwohner ihre Toten nach Freudenberg oder Leuenberg überführen. Da die Gemeinde aber keine eigenen Grundstücke besaß, die sie hätte dafür verwenden können, erreichte Kaliebe in Verhandlungen mit der Staatsforst, dass der Gemeinde zwei Morgen Wald, an einem Grenzweg gelegen, für den Friedhof überlassen wurden. Zunächst sollte aber erst ein Morgen dafür hergerichtet werden. Die Forstverwaltung ließ den Baumbestand räumen. Dem Geschick Kaliebes gelang es, durch Solidaritätseinsätze der Bevölkerung, diesen Morgen zu planieren. Er selbst leistete diese Arbeit mit Sachverstand. Leicht möglich, dass noch irgendwo ein Foto existiert, das ihn und seine Freunde bei der Arbeit zeigt.

Eine weitere Aufgabe meisterte er in zähen Kämpfen, ebenfalls von anderen Einwohnern tatkräftig unterstützt: den Anschluss an das Stromnetz. Während die umliegenden Ortschaften längst sich des Segens der elektrischen Kraft erfreuten, mussten die Tiefenseer sich mit altmodischen Petroleumleuchten begnügen. Die Gaststätten waren durch eine Benzingasanlage, mit der Glühstrümpfe zum Leuchten gebracht wurden, zwar besser daran, aber es gab Ärger genug damit. Allein das Gut Tiefensee hatte Strom über einen eigenen Transformator. Was lag näher, als über diese Anlage auch den Ort mit Strom zu versorgen! Kaliebe machte sich zum Fürsprecher der Bevölkerung und trat mit dieser Frage an den Gutsbesitzer heran. Er bekam zwar keine Ablehnung, aber eine Bedingung: die Gemeinde sollte ihre Zustimmung dazu geben, dass der Freudenberger Weg, ein öffentlicher, der durch das Gutsgelände führte, eingezogen würde und in Gutseigentum überginge. Dazu war aber die Gemeinde nicht bereit. Der Gutsbesitzer führte für seine Forderung einen gewichtigen Punkt ins Feld: über diesen Weg transportiertes Vieh hatte auch ihm die Schweinepest in den Stall gebracht. Jedoch es gab da den Vertrag, den das Märkische Elektrizitätswerk mit dem profitsüchtigen und weiter blickenden Gutsbesitzer abgeschlossen hatte und der die Bestimmung enthielt, dass, falls der Ort einmal Anschluss an des Stromnetz wünsche, dies nur über den Transformator des Gutes möglich sein sollte. Das veranlasste den Gutsbesitzer zu einer Bedingung. Den Anschluss dennoch zu erreichen, ohne diese Bedingung zu erfüllen, kostete nur wirklich Kampf. Wie schrieb Kaliebe damals?

„Die Selbstbeherrschung ist die Waffe unseres Geistes, mit dessen Hilfe wir die träge Materie überwinden. Ohne Materie aber, welche die Trägheit in sich birgt, können gar keine Geisteskräfte erzeugt werden. Wir können nur dort Kraft entfalten, wo sich uns etwas zur Überwindung entgegenstellt. Hindernisse sind da, um überwunden zu werden“.

Und er entfaltete Kraft; er überwand die Hindernisse. Auch das Gegenangebot des Gutsbesitzers, zusätzlich zur Stromabgabe den Kaliebeweg pflastern zu lassen, konnte keine Änderung des Entschlusses herbeiführen.

Der Weg ist noch heute ungepflastert. Einwohnerversammlungen brachten die Meinung und die Stimmung der Bevölkerung zum Ausdruck. Delegationen unter der Führung Kaliebes fuhren nach Freienwalde zum Landrat, zur Regierung nach Potsdam, zum Elektrizitätswerk nach Eberswalde, zu Landtagsabgeordneten nach Berlin. Schließlich wurde der Anschluss doch erreicht, ein neuer Transformator wurde an der Eberswalder Straße errichtet, und im Frühjahr 1927 flammten auch in Tiefensee die elektrischen Lampen auf. Eine Straßenbeleuchtung vom Bahnhof bis zum Ortsausgang des Dorfes war in weiten Abständen auch angelegt.

Natürlich muss ein Ort auch seine Feuerwehr haben! Auch hier war Emil Kaliebe die treibende Kraft. Es wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, die im April abgenommen wurde. Sie erhielt eine Motorspritze.

Die junge Gemeinde verdankte diese Erfolge in erster Linie ihrem Bürgermeister, der zielbewusst, hartnäckig, ja, manchmal eigensinnig gegen alle Widerstände ankämpfend, seinen Weg ging. Er sagte einmal: „Der Mensch fügt sich nur deshalb den Widerwärtigkeiten des Lebens, weil er dessen Unabänderlichkeit erkannt hat und Kraft dieser Erkenntnis die Widerwärtigkeiten mutig überwindet“.

Abgesehen von seinem öffentlichen Wirken, war Emil Kaliebe auch in seinem privaten Leben ein Mann, der sich vom Durchschnitt abhob. Ich nannte ihn eingangs einen „besinnlichen Mann“. Wenn sich Emil Kaliebe irgendwelchen menschlichen oder politischen Problemen gegenüber zur Klarheit durchgerungen hatte, legte er das Ergebnis in kurzen Sätzen nieder, manchmal in gereimter Form. Und in die Unterhaltung ließ er dann und wann seine geformten Gedanken einfließen. Diese seine Lebensweisheiten in Sprüchen füllen mehrere Heftchen. Hier ein Beispiel:



„O wären sich die Menschen gut,
wo bliebe Leid und Schmerz
und all’ das viele böse Blut,
das bitter macht das Herz!

O Reichtum, wie machst du so blind
die Menschen, die dich tragen!
Die nicht beachten, die da sind
In Armut und in Plagen!

Kein liebevoll empfindend Herz
gibt’s, das die Leiden stillet,
das sich erbarmt dem tiefen Schmerz
und seine Pflicht erfüllet!“

Und durchaus in fortschrittlichem Sinne schrieb er damals schon:

„Gebt dem Armen Mann nur sein Recht! Er wird es auch mit Dankbarkeit und Pflichterfüllung lohnen. Achtet ihn als Menschen euresgleichen!“

An diesen seinen geistigen Kindern hing er. Er hatte darin einen Erfahrungsschatz gesammelt, von dem er meinte, dass auch seine Kinder und Enkel noch aus ihm Nutzen ziehen könnten. Aus allem atmete der Geist der Rechtschaffenheit, der Ehrlichkeit, der Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft. Kaliebe war in seinen persönlichen Lebensansprüchen äußerst bescheiden und anspruchslos. Er kannte nur Arbeit, und das trat so deutlich in Erscheinung, dass das fast sprichwörtlich in der Umgebung bekannt war.

Emil Kaliebe, der erste Bürgermeister der Gemeinde Tiefensee, verdient es, dass man ihm ein ehrendes Gedenken bewahrt. Es beeinträchtigt unsere Wertschätzung seiner persönlichen Wirksamkeit in keiner Weise, wenn wir, rückblickend, auch bei seinem Lebenswerk erkennen, dass keine einzige große Maßnahme auf Weisung einer Einzelperson erfolgte. Es bedurfte auch für Emil Kaliebe der aktiven Unterstützung und Mitarbeit der Bevölkerung, dass seine Pläne Gestalt gewannen.

Er ruht seit dem 20. April 1956 nun in dem Flecken Erde, das er selbst für den Friedhof der Gemeinde auserwählt hatte, zu Grabe getragen von Männern der Feuerwehr, die er selbst gründen half.

Mit seinem „Abendlied“ lassen Sie mich diese Zeilen schließen:



Sonnenuntergang

Es senkt die Sonne sich im Abend;
Vollbracht hat sie den Tageslauf.
An ihrem Glanz ich mich labend,
blick ich zum Horizont hinauf.

Wie schön er strahlt im Purpurkleide!
Mich grüßt der letzte Sonnenstrahl,
der über Feld und über Heide
ergossen sich zum letzen Mal.

Schon hell erstrahlen jetzt die Sterne;
verschwunden ist das letzte Rot!
Sie weilt in weiter, weiter Ferne,
die mir so golden Abschied bot.

Als Quelle meiner informationen diente:

 

http://www.stadt-werneuchen.de/