Der Schattengarten - Leben im Unterholz

In jedem Garten gibt es die Ecken mit denen so viele nicht recht was anzufangen wissen, wo zu wenig Sonne hin kommt, es vielleicht sogar trocken ist, oder die Wurzelkonkurrenz der Bäume und Sträucher stark ist… doch auch für solche Plätze lässt sich etwas finden. Den alles hat seinen Platz. Oft wird behauptet, dass beispielsweise unter einem Walnussbaum nichts wächst, ja selbst der Rasen kümmert, aber zahlreiche Frühblüher nutzen die Zeit bevor sich das Laubdach schließt und im Sommer danken andere wiederum für den Schatten und die Kühle. Ein großer Hausbaum hat viele Vorteile und dennoch gelingt es ihn ganzjährig mit Farbe und Blüten zu umringen. Wichtig ist hier die Pflege, die Wasserversorgung und die Kenntnis darüber, wann wo und wieviel Licht und Raum gelassen wird. Im folgenden beschäftigen wir uns mit Pflanzen, die“ Licht und Farbe ins Dunkel bringen“. Schwer machen es Flachwurzler ihren “Untergebenen“. Hierzu gehören Birke, Spitzahorn und Rotbuche, denn sie trockenen den Boden sehr aus und entziehen ihm wichtige Nährstoffe – hier ist es am schwierigsten langanhaltend erfolge zu feiern. Tiefwurzler wie Walnuss(scheidet Stoffe aus die das Wachstum anderer Pflanzen hemmen können), Birne, Eßkastanie und Weißdorn machen es einem etwas einfacher.

Die ersten Blüten im Garten sind wohl die der Christ- und Lenzrosen, Anemonen, Waldmeister und Sauerklee unterstützen sie als Waldbewohner in den folgenden Wochen. Des weiteren begrüßen uns im Frühjahr zahlreiche Zwiebel- und Knollenpflanzen am Gehölzrand und im Rasen, Winterlinge, Schneeglöckchen und Lerchensporn wachsen selbst in Steinfugen von Wegen und direkt am Stamm großer Bäume. Sie werden unterstützt von Leberblümchen(Hepatia nobilis), Alpenveilchen(Cyclamen coum), Elfenblume(Epimedium x perralchicum), Gedenkmein(Omphalodes verna), Goldbeere(Waldsteinia ternata), Goldnessel (Lamium galeobdolon), Immergrün(Vinca minor), Schaumkerze (Tiarella cordifolia),Waldveilchen(Viola reichenbachia), Ysander (Pachysandra terminalis),Purpurglöckchen(Heuchera-Hybriden). Aronstab, Maiglöckchen, Tränendes Herz und Salomonsiegel sind hier Zuhause.

Wenn im Mai/Juni das Blätterdach schließt kommen zahlreiche Farne erst richtig in Fahrt, gewährt man ihnen genügend Feuchtigkeit, verzaubern sie mit ihrer Urtümlichkeit. Auch der immergrüne Efeu fühlt sich im Schatten wohl, doch sollte man ihm Einhalt gebieten, wenn er droht andere Pflanzen und Gehölze zu unterdrücken. Die Waldsegge(Carex sylvatica) und der Waldmarbel (Luzula sylvatica) ergänzen das Grün in Grün und es wirkt Form statt Farbe.

Im Sommer dann tun es ihnen der Eisenhut(Aconitum napellus),Fingerhut (Digitalis purpurea) und der Waldgeißbart (Aruncus dioicus) sowie Waldglockenblume(Campanula latifolia var marcrantha) und Scheinmohn (Meconopsis cambrica) gleich und erfüllen das Unterholz mit Blütenpracht. Auch die Astilben und  viele Storchschnabelarten fühlen sich im Schatten wohler, benötigen allerdings genügend Feuchtigkeit.  Ergänzen tun das Ganze Blattschmuckpflanzen wie Funkien(Hosta-Hybriden),die Lilientraube (Liriope muscari),Lungenkraut (Pulmonaria-Hybriden) und das Schaublatt (Rodgersia podophylla), sowie Beinwell(Symphytum azureum -auch buntblättrige Sorten) und verschiedene Wolfsmilcharten(Euphorbia) und die Silber- bzw. Septemberkerzen(Cimicifuga) fühlen sich hier wohl.

Schattenbewohner haben eines gemein sie mögen es nicht, wenn man ständig hackt, harkt und putzt und schneidet. Das regelmäßige Wässern, besonders in trockenen Sommern hingegen begrüßen sie, ebenso wie eine Mulchschicht und eine leichte Düngung mit Kompost oder Hornspänen zum Beginn der Wachstumsphase. Falllaub zum Großteil liegen lassen, außer bei Walnuss oder wenn Fäulnis und Schimmel sich breit machen.

 

Besonderheiten im Schattengarten sind die Blutwurz und das Dreiblatt bzw.Waldlilie genannt.Hinwese dazu unter Frühjahsblüher III.

Rosis Farngarten, eine Seite zum Schnökern und Anregungen finden: http://farngarten.de/index.htm

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