Der Gemeine Bocksdorn / Die Chinesische Wunderbeere Goji

Beide Begriffe meinen ein und dieselbe Pflanze, die früher wegen ihrer Herkunft als Lycium chinense bezeichnet wurde und heute den Namen Lycium barbarum trägt. Manchmal wird sie auch als Lycium halmifolium bezeichnet. Also eine Pflanze mit vielen Namen und einer interessanten Geschichte sowie vielfaltigen Verwendung. Die Früchte dieses Wildgehölzes finden, ebenso wie die Blätter schon seit je her Verwendung in der chinesischen Küche und Medizin und der Name der dort die Früchte bezeichnet, nämlich “Gou Qi“ ist abgewandelt worden in den Modenamen Goji, für eine Pflanze die auch hierzulande schon lange Verwendung findet, deren botanischer Name aber kaum jemandem bekannt ist.

Es sind zahlreiche Mutationen seit der Einbürgerung des Bocksdorns in Europa entstanden, so dass von bis zu 80-90 Arten die Rede ist. Da die Unterscheidungsmerkmale aber kaum klar zu definieren sind, sind weder Art- noch Sorten so eindeutig und werden oft zusammengefasst.

 

Der Bocksdorn gedeiht am besten an einem sonnigen Standort auf magerem, durchlässigen Boden. Man trifft oft in Küstenregionen auf den Bocksdorn, da er Gischt und salzigen Boden toleriert. Die Wuchsformen des Bocksdorns variieren zwischen aufrecht und kriechend, meist wächst er strauchig und wird max. 4m hoch. Die Dornen erscheinen erst an zweijährigen Trieben, die Blätter sind lanzettlich und graugrün und wachsen an den bogig herabhängenden Ästen, wo einzeln oder in Knäulen an Kurztrieben die zwittrigen, purpur-violetten Blüten zwischen Juli und August erscheinen. Die Früchte reifen zwischen August und Oktober und sind durch ihre leuchtend rot-orangene Farbe kaum zu übersehen. Sie werden bis 2cm groß. Im Frühjahr sollte man alte und zurückgefrorene Triebe entfernen, den Strauch aber nie komplett zurückschneiden, wenn man trotz allem jedes Jahr ernten will.

Da der Bocksdorn zu den Nachtschattengewächsen gehört wurde er lange als giftig angesehen, es konnte aber nicht nachgewiesen werden, dass er giftiges Tropanalkaloid enthält. Viele andere Nachtschattengewächse gelten als Rausch-, Medizin und Kulturpflanzen wegen des Alkaloid- und Steroidgehaltes. Dem Bocksdorn hingegen konnte in Studien nachgewiesen werden, dass enthaltende antioxidative Stoffe gegen Krebszellen wirken, ein aus Bocksdorn gewonnenes Extrakt trägt zum Senken des Augeninnendrucks bei( angewandt bei Grünem Star), die Polysaccharide, die er enthält regen das Immunsystem an. So können wir den Bocksdorn als kleines Multitalent bezeichnen.

Die heimische Wildform

Ob als Hecke oder als einfach wild wachsendes Gehölz (siehe Galerie) findet man den gemeinen Bocksdorn vielerorts, jetzt im Juli in voller Blüte und auch wenn hier die Früchte kleiner sind, als bei der Kulturform, scheinen sie in diesem heißen Sommer 2010 wenigstens zahlreich anzusetzen. Die Klutursorte finden sie demnächst auch wieder in unserem Sortiment.