Petroselinum crispum – Petersilie

Die Petersilie ist zweijährig, sie bildet im ersten Jahr Blätter und im Sommer darauf bildet sie eine gelblichgrüne Doldenblüte. Wenn die Samen reifen geht das Blattwachstum nahezu gen Null. Blätter und wurzeln enthalten viel Vitamin C, Kalzium, Eisen und ätherisches Öl. Die Samen sind reich an Petersilienkampfer. Es gibt Blattpetersilie mit krausen Blättern(“Grüne Perle“, “Mooskrause“, “Smaragd“, “Green River) und glatten Blättern(intensiveres Aroma, “ Gigante d´Italia“ ).

Von der Wurzelpetersilie (P. crispum var. tuberosum) werden Blätter und wurzeln verwendet. Sonne bis Halbschatten ist ihr angenehm, dazu nährstoffreicher, tiefgründiger, ausreichend feuchter Boden. Blätter erntet man ganzjährig, Wurzeln schlägt man im Keller in Sand ein oder friert sie ein oder trocknet sie. Man würzt mit ihr Suppen, Soßen, Eierspeisen und verstreut sie über Kartoffeln, Gemüse, Butterbrote… gibt sie in Butter oder Quark… Die Wurzeln gibt man in Suppen und Eintöpfe. Sie ist Vitaminlieferant, wirkt blutreinigend und harntreibend und unterstützt die Blutbildung.

 

Pimpinella anisum – Anis

Sie ist einjährig und wird bis 70 cm hoch, die Blätter sind verschieden von rundlich, über dreilappig bis zu tief eingeschnitten. Im Hochsommer erscheinen verzweigte weiße Blütendolden aus denen bräunliche Spaltfrüchte heranreifen (süßlich, enthalten das ätherische Öl Anethol, fettes Öl, Eiweiß und Zucker. Verwandt: Große Bibernelle (Pimpinella major). Ein Tee aus den getrockneten Wurzeln hilft bei Halsentzündungen und Bronchialinfekten.  Sie mag es sonnig und warm, den Boden kalkreich, humos und durchlässig. Anis (Samen) verwendet man in Broten und Backwaren, Obstsalaten, Weihnachtsgebäck und Suppen und Soßen. Nicht zu vergessen ist der Anisschnaps. Die Blätter verleihen frischen Atem und gehören in Salate und Suppen. Anis macht fettes Essen bekömmlicher, unterstützt Gallentätigkeit und Verdauung. Anis wirkt schleimlösend und reizstillend bei Husten.

 

Rosmarinus offizinalis – Rosmarin

In seiner Heimat kann Rosmarin 2m hoch werden. In nördlichen Breiten ist er als Kübelpflanze zu kultivieren, da seine Frosthärte nicht ausreichend ist. Typisch sind seine Nadelartigen Blätter deren Unterseite grau behaart ist. Im Frühjahr schmückt er sich mit meist blauen, aber auch rosa oder weißen Blütchen. Das in den aromatisch duftenden Blättern enthaltene ätherische Öl besteht zum Großteil aus Kampfer. Hinzu kommen Saponine, Gerb- und Bitterstoffe. Sorten: “Blauer Toskaner“, “Benenden Blue“ (blau), “Majorcan Pink“, “Roseus“ (rosa) und “Albiflorus“ (weiß), “Prostatus“(kriechend), “Severn Sea“(überhängend), “Arp“ und “Veitshöchheim“ sind am frosttolerantesten. Warm und sonnig sollte sein Standort sein, der Boden humos, sandig und durchlässig. Staunässe verträgt er nicht. Man erntet das ganze Jahr über frisch die Triebspitzen, auch getrocknet behält er das Aroma gut. Weil das Aroma intensiv ist reicht wenig um Fisch, Fleisch und Geflügel zu würzen, Grillkartoffeln mit Rosmarin sind lecker und Kräuteröle und –essig bereichert er. Er fördert Durchblutung (ist Basis von Rheumasalben), macht fettes Essen bekömmlicher und regt an und stärkt die Nerven. Rosmarinöl wird für Parfum und Badezusätze verwendet und als dekorative mediterrane Terrassenpflanze.

 

Rumex acetosa – Sauerampfer

Er gehört zu den Knöterichgewächsen ist in Europa heimisch und mehrjährig  und treibt im Frühjahr aus seiner Pfahlwurzel Büschel pfeilförmiger Blätter. Gerb- und Bitterstoffe sorgen für einen sauren, leicht bitteren Geschmack zudem enthält er Oxalsäure, Vitamin C und Eisen. Im Sommer erscheinen rötliche Blütenrispen an roten Stielen. Der großblättrige Gartensauerampfer heißt Rumex rugosus.

“Belleville“ ist großblättrig, “Profusion“ hat ganzjährig große zarte Blätter. Auch der sumpfblättrige Ampfer (Rumex obtusifolius) findet ebenso in der Küche Verwendung. R. sanguineus hat rotgeaderte Blätter, R. patienta (Englischer Spinat) enthält weniger Oxalsäure. Er mag es schattig auf humosem feuchtem Boden. Am besten schmecken junge Blätter, sie lassen sich einfrieren. Man genießt in roh in Salaten oder gekocht in Suppen oder der Grünen Soße. Man sollte nicht zu große Mengen verwenden, da nicht jeder die Oxalsäure gut verträgt. Er wirkt blutreinigend und gegen Magen-Darm- und Erkältungsbeschwerden.

 

Ruta graveolens - Weinraute

Sie ist ein mehrjähriger Halbstrauch, wächst verzweigt und hat blaugrüne gefiederte Blätter(duften nach Wein), im Sommer erscheinen gelbliche Blüten. Sie enthält neben ätherischem Öl, Kumarin, Gerb- und Bitterstoffe und Harze. “Jackmans Blue“ hat intensiv blaugrünes Laub und ist sehr kompakt. Sie mögen warme und eher trockene Plätze, auf steinigem magerem Boden, wo sich Wasser nicht stauen darf. Sie sät sich leicht selbst aus, hat sie einmal Fuß gefasst. Man kann die bitteraromatischen Blätter fast ganzjährig frisch verwenden, durch den intensiven Geschmack reichen kleine Mengen. Salate, Kräutersoßen, Lamm, Geflügel und Pasteten und Käse ergänzt sie gut.  Sie gehört in die Hamburger Aalsuppe (http://de.wikipedia.org/wiki/Aalsuppe) und guten Grappa. Sie wirkt gefäßerweiternd und hilft in kleinen Mengen bei Kopfschmerzen. Der Tee wirkt bei Menstruationsbeschwerden, in Duftkissen soll sie Motten aus Kleiderschränken vertreiben.

 

Salvia offizinalis – Salbei

Der Salbei gehört zu den Lippenblütlern und ist winterhart und ist immergrün, verholzt leicht, hat graugrüne samtig behaarte Blätter und einen intensiven Duft. Er enthält ätherisches Öl mit Kampfer, Saponine, Gerb- und Bitterstoffe. Es gibt zahlreiche Sorten: “Icterina“(gelbgerandetes Blatt), “Tricolor“(grün-weiß-rosa), “Pupurascens“ (dunkelrote Blätter). Muskatella-Salbei (Salvia sclarea) duftet nach Moschus, eignet sich für Duftkissen und zu Marmeladen, Weinen und Kompott. Ein sonnig und warmer Standort und eher trockener Boden sind ihm lieb. Frische Blätter kann man immer verwenden, zum Trocknen schneidet man vor der Blüte. Salbei ist Bestandteil italienischer Kräutermischungen, passt zu Suppen und Fleisch- und Fischgerichten. Er regt die Gallentätigkeit an, wirkt antiseptisch und desinfizierend, als Tee gegen Halsschmerzen. Als Badezusatz wirkt er entzündungshemmend und hilft bei unreiner Haut.

 

Sanguisorba minor – Pimpinelle

Eine ausdauernde frostharte heimische Staudde, di etwa 40 cm hoch wird, deren Blätter sich aus bis zu 17 Fiederblättchen zusammensetzen und die rötlichgrüne Blüten in Ähren im Mai/Juni hervorbringt. Sie duftet würzig. Auch der große Wiesenkopf (Sanguissorba major) findet ähnlich Verwenndung. Er wächst auf lockerem, kalkhaltigem relativ trockenem Boden in voller Sonne und im Halbschatten. Die Blätter verwendet man ganzjährig frisch, kleingehackt untergemischt, zum Beispiel bei der Grünen Soße. Sie haben einen nussartigen, würzigen erfrischenden Geschmack. Man sollte sie nicht mit kochen. Eierspeisen, Fisch, Quarkspeisen und Kartoffeln lassen sich mit Pimpinelle verfeinern.  Sie wirkt verdauungsfördernd und blutreinigend, ihrem Ruf nach wirkt sie herzstärkend. In der Sage „Der weiße Rabe“ spiegelt sich ihre Bedeutung zur  Zeit der Pest wieder.    http://www.oderberg.info/sagen/oderberg.php

 

Satureja montana – Winter-Bergbohnenkraut /Bohnenkraut

Es wird bis 40 cm hoch ist winterhart und hat schmale graugrüne Blätter und einen sehr typischen Duft. Die Blüten sind lavendelrosa bis purpur und erscheinen ab Juli. Sie locken Bienen an. Es gibt noch das einjährige Bohnenkraut (Satureja hortensis), welches einen feineren, pfeffrigen Geschmack hat und prima zu Wachsbohnen passt. Das Winterbohnenkraut hat wenig Ansprüche, mag kalkreichen, leichten Boden in voller Sonne. Man erntet am besten vor der Blüte und trocknet oder verwendet frisch. Man nutzt es für Bohnengerichte, Tomatensoßen und Grillmarinaden, für Kräuteröle, oder Tee, den man mit Honig süßen sollte- er löst Schleim, regt Appetit an und wirkt gegen Blähungen. Man sagt ihm magenstärkende und keimtötende Wirkung nach.

Sedum reflexum (syn. Sedum rupestre) – Tripmadam/Felsen-Fetthenne

Sie ist in Europa beheimatet und wächst auf trockenen, sandigen Böden, Felsböden und an Bahndämmen. Fast ein jeder kennt diese immergrüne und im Juni bis August gelb blühende Sukkulente, die um die 10 cm hoch wird. Sie hat nadelartiges fleischiges Blattwerk, welches bläulich grün manchmal auch leicht rötlich ist. Der Mauerpfeffer (Sedum acre)ist mit ihr verwandt-schmeckt brennend scharf und hat gelbgrüne Sternchenblüten. Beide bevorzugen einen sehr sonnigen Standort. Die Pflanzen können ganzjährig, abgesehen von der Blütezeit geerntet werden. Sie lassen sich gut einfrieren. Sie haben einen erfrischend säuerlich, leicht bitteren Geschmack. Salate, Dressings, Gemüse und Soßen bekommen durch Tripmadam eine besondere Note. Sie enthält Gerbstoffe gegen Bluthochdruck wirken und Arterienverkalkung.

 

Sinapsis alba – Senf

Der weiße Senf ist in unseren Breiten heimisch, einjährig und bis 1,20m hoch. Die Blätter sind gefiedert oder geteilt, wie der Stiel borstig behaart, die Blüten (gelb) erscheinen ab Ende Juni und aus ihnen entwickeln sich Schoten, die den gelblich-weißen Samen enthalten. Der schwarze Senf (Brassica nigra) ähnelt im Aussehen, jedoch sind die Samen schwarz und haben einen intensiveren Geschmack. Der weiße Senf mag es sonnig warm und bevorzugt lehmige Sandböden, die humus- und kalkreich seien sollten. Wenn die Schoten vergilben kann die Ernte beginnen. Der Senf ist ein beliebtes Würzmittel zu Fleisch, Wurst, Eier und Soßen. Man verwendet die Körner ganz(Gurken einlegen) oder als Mehl für Tafelsenf und Co. Die Körner bestehen aus fettem Öl, Eiweiß, Sinalbin(Glykosid für Schärfe verantwortlich). Er fördert Verdauung und Stoffwechsel und wirkt Entzündungen der Mundhöhle entgegen.

http://www.niederfinower-senf.de/

 

Stevia rebauddiana bertoni – Süßblatt/Süßkraut/Honigkraut

Diese relativ neue Pflanze unter den Kräutern stammt aus den sandigen Hochebenen Südamerikas. Sie kann bis 1m hoch werden, verträgt keinen Frost und wird daher einjährig oder als Zimmer- oder Kübelpflanze kultiviert. Sie hat lanzettliche hellgrüne, etwas raue Blätter und kleine unscheinbare weiße Blüten. Sie benötigt humosen durchlässigen Boden und Sonne und einen luftigen Standort. Sie enthält Stevioside (Süßstoffe), durch die man sie zum Süßen von Tee und Süßspeisen nutzen kann – eine gesunde Alternative zu herkömmlichen Zucker. Desweiteren enthält sie Vitamin C, Beta-Carotin, Eisen, Magnesium und weitere Spurennährstoffe.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stevia_rebaudiana

 

Thymus vulgaris- Thymian

Er gehörte selbst im Mittelalter schon in jeden Kräutergarten und ist bei uns heimisch und winterhart. Er verholzt leicht und wird bis 40 cm hoch. Seine Blätter sind nadelartig und etwas graugrün. Von Juli –August erscheinen in Scheinquirlen rosa-weiße bis zart violette Blüten. Es gibt verschiedene Arten und Sorten. Der Zitronenthymian (Thymus x citriodorus) duftet intensiv nach Zitrone, hat lavendelblaue Blüten und ist eine Kreuzung aus dem Arzneithymian (Thymus pulegioides)und dem Echten Thymian.  Die Sorten “Aureus“ und “Golden King“ haben gelbes bzw. panachiertes Laub. Thymian benötigt durchlässigen, nährstoffarmen Boden in voller Sonne. Man kann ihn ab Mai aussehen ohne abzudecken(Lichtkeimer). Er lässt sich etwa von Mai-November ernten. Möchte man ihn trocknen, so schneidet man vor der Blüte. Er eignet sich zum Würzen mediterraner Gerichte, Lamm und Zitronenthymian in Salaten. Er verträgt auch längere Kochzeiten, macht fette Speisen verträglicher und ist würzig-aromatisch und hat eine gewisse Frische. Getrocknet ist das Aroma ausgeprägter, als bei frischem Thymian. Er enthält ätherisches Öl (Phenol, Thymol, Carvacrol), wirkt verdauungsfördernd, antiseptisch und beruhigend.  Als Tee lindert er Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Husten und Bronchitis. Als Badezusatz wirkt er bei Atemwegserkrankungen, Rheuma und Erschöpfung.

 

Valeriana officinalis – Baldrian

Er ist weltweit verbreitet, kommt an feuchten Standorten, wie Bachläufen, Wiesen und Wäldern vor.  Er wird bis zwei Meter hoch, hat Rhizome und hellgrüne Fiederblätter, zwischen Juli und August erscheinen schirmartige Trugdolden mit weiß-rosa Blüten. Er enthält beruhigende Alkaloide. Er verträgt Sonne und Halbschatten, benötigt ausreichend Feuchtigkeit und Platz. Die Wurzel wird verwendet, wird gewaschen und getrocknet, man sollte nur so ernten, dass man die Pflanze nicht zu sehr schwächt. Man verwendet ihn gegen Schlafstörungen, Angstzustände und Stress(Valeporiate). Außerdem enthält er Isovaleriansäure, Ester, Gerb- und Schleimstoffe und ätherische Öle.  Als Bad sorgt er für Entspannung, als Tee beruhigend und Appetit zügelnd.