Kräuter – lecker, duftend und gesund – Ein Muss für jeden Garten

 

Agastache mexikana –Mexikanische Minze

Strauchartig, bis 90 cm, im Sommer flauschige Blütenähren in Violett, Blau oder Weiß, Blätter duften nach Anis, Sonne-Halbschatten, durchlässiger feuchter Boden(keine Staunässe), Blätter möglichst frisch für Tee, Suppen,Salate... Es gibt zahlreiche verwandte Arten und Sorten.

 

Allium sativum – Knoblauch

Zwiebel bildet zahlreiche Brutzwiebeln, weiße sterile Blütchen auf langen Stengeln in Form einer Scheindolde, nur in warmen Regionen mehrjährig (sonst jedes Jahr neu stecken), Allium tuberosum hat grasartige nach Knoblauch schmeckende Blätter, die wie Schnittlauch verwendet werden.  Der Standort sollte sonnig und warm sein, humus- und nährstoffreich und frei von Unkraut, keine stauende Nässe, vom Hochsommer bis in den Herbst kann man die Zwiebeln ernten und zum Trocknen aufhängen. Er lässt sich in Essig und Öl einlegen, passt zu Fleisch, Soßen, Salate….

Das Allicin im Knoblauch wirkt antibiotisch, senkt Blutdruck und Cholesterinspiegel und hilft bei Blähungen.

 

Allium schoenoprasum - Schnittlauch

Ist eine mehrjährige Zwiebelpflanze mit Röhrenblättern und im Frühsommer erscheinenden Scheindolden weißer oder violetter Blüten. Die Blätter sind lecker auf Butterbrot, im Salat oder im Rührei. Da er viel Vitamin C enthält, verwendet man ihn am besten frisch. Er wirkt verdauungsfördernd.

 

Allium ursinum - Bärlauch

Breite, maiglöckchenähnliche Blätter, die nach Knoblauch duften und weiße Blütendolden. Typischer Waldbewohner dessen junge Blätter vor der Blüte ähnlich wie Knoblauch verwendet werden und auch ähnlich wirken. Nach dem Einziehen der Blätter kann man auch die Zwiebel zum Würzen verwenden. Ebenfalls lecker die Blätter der Winterzwiebel (Allium fistulosum).

 

Aloysia triphylla – Zitronenverbene

Kübelpflanze, Blätter(lanzettlich und schlank) und Blüten (lila Rispen) duften nach Zitrone. Sie mag Halbschatten und muss frostfrei und hell bei mind. 5°C überwintern. Im Sommer brauch sie viel Wasser, im Winter nur ein Minimum, je nach Temperatur. Die Blätter werden getrocknet verwendet, bei Fischgerichten und als Tee. Er wirkt beruhigend bei krampfenden Bauchschmerzen und man kann die Zitronenverbene als Badezusatz für ein Entspannungsbad nutzen.

 

Althaea officinalis – Eibisch, Malve

Sie kann 2m hoch werden, hat samtig behaarte Blätter und im Sommer weiße bis violette Blüten. Sie benötigt tiefgründige, nährstoffreiche, feuchte Böden in sonniger Lage. Man verwendet Wurzeln (im Herbst ausgraben und im Ofen trocknen) und Blätter (vor der Blüte ernten). Der Wurzeltee wirkt schleimlösend bei Husten, der aus den Blättern hilft bei Magen- und Darmproblemen.

 

Anethum graveolus – Dill

Ist einjährig und wird breitwürfig und nicht in Reihen gesät(ab April ins Freiland). Er neigt zu Selbstaussaat. Er enthält eine Vielzahl ätherischer Öle. Der Standort sollte sonnig und windgeschützt sein, der Boden eher nährstoffarm und nicht zu nass. Er verleiht Fisch- und Gemüsegerichten eine besondere Note, gehört in Gurkensalat, zu Pellkartoffeln und zum Einlegen von Gurken. Man verwendet das frische Blatt und die Samen. Ein Tee aus Samen hilft bei Verdauungsbeschwerden.

 

Anthriscus cerefolium – Kerbel

Ist einjährig und wird zu einem Busch bis 0,60m, Aussaat erfolgt ab März an Ort und Stelle. Sein Blatt erinnert an glatte Petersilie. Er dutftet süß nach Anis besonders die im Hochsommer erscheinenden weißen Blütendolden(enthalten viel Isoanethol). Er bevorzugt Halbschatten und lockeren, feuchten Boden, ist ein Schwachzehrer. Man verwendet frische junge Blätter vor der Blüte für Suppen, Fischgerichte und Eierspeisen. Langes Kochen zerstört das Aroma. Das  ätherische Öl und die Bitterstoffe regen Nierentätigkeit und Verdauung an und helfen unterstützend bei Entschlackung.

 

Apium graveolus – Sellerie

Schnitt-, Blatt- und Stangensellerie bilden nur eine dünne Pfahlwurzel, keine Knolle.  Sie wird einjährig kultiviert, weiße Blütendolden erscheinen erst im Folgejahr. Die gefiederten dunkelgrünen Blätter werden als Würzkraut verwendet(enthalten ätherisches Öl). Stangensellerie(A.g. var. dulce) und Knollensellerie (A. g. var. rapaceum) wollen humosen, nährstoffreichen feuchten Boden und ausreichend Sonne. Jungpflanzen setzt man ab Mai im Freiland. Blätter kann man ganzjährig ernten, die Knollen im Herbst sobald die ersten Blätter vergilben und Stangensellerie ab August. Sie ist aus dem Suppengrün nicht wegzudenken, eignet sich für Salate und als leckeres Gemüse. Sie wirkt antirheumatisch und blutreinigend, sowie stark harntreibend.

 

Amoracia rusticana – Meerrettich

Diese Staude bildet bis zu 1m lange gewellte Blätter in einer dichten Rosette und bringt erst im 2. Jahr zarte duftende weiße Blüten in lockeren Trauben.  Mehr interessieren die Hauptwurzeln (außen braun, innen weiß). Sie enthalten Vitamin C und Senfölglykosid, welches für die Schärfe verantwortlich ist. Sonne wie Halbschatten tun ihm genüge, er benötigt aber tiefgründigen, nährstoffreichen feuchten Boden und möchte ungestört wachsen, er breitet sich rasch aus und wird über Nebenwurzel-Stecklinge vermehrt. Er ist beliebt zu Fleisch- und Fischgerichten und zum Einlegen von Gurken. Um ihn nicht zu sehr wuchern zu lassen, kann man ihn im Kübel kultivieren.

  

Artemesia aboratum – Eberraute

Sie ist winterhart und mit Wermut(Arthemesia absinthium) verwandt. Interessantes über das Getränk Absinth: http://de.wikipedia.org/wiki/Absinth.

Tee aus Wermutblättern wirkt bei Magen-Darm-Beschweren und Menstruationsbeschwerden, sowie bei Grippe und Erkältungen. Es gibt attraktive Sorten mit silbrigem Laub. Das Laub an sich ist sehr filigran und zart, verströmt Zitronenduft und ziert sich im Herbst mit blass gelben Blütenköpfchen. Die Pflanze ist anspruchslos und bevorzugt Sonne und durchlässigen, kalkhaltigen Sandboden. Sie lässt sich durch Teilung und Stecklinge vermehren. In sehr kalten Jahren ist Winterschutz nötig. Ebenfalls verwandt – der Gemeine Beifuß (A. vulgaris). Eberraute würzt Suppen, Soßen, Braten und Salate, da der Geschmack sehr intensiv ist sollte man vorsichtig dosieren. Das Kraut wirkt appetitanregend.

 

Artemesia dracunculus – Estragon

Die ausdauernde Pflanze mit ihren langen dünnen Stielen und schmalen kleinen Blättchen wird nach der Herkunft unterteilt. Russischer Estragon(robust und bitter), Deutscher Estragon(würzig, reich an ätherischen Ölen und Bitterstoffen), Französischer Estragon(süßlich, anisartig).

Am wohlsten fühlt er sich an sonnigen warmen Plätzen auf nährstoff- und humusreichen Böden, mit ausreichend Feuchtigkeit. Er braucht viel Platz und zusätzliches Wasser im Sommer. Er gehört in Salate, Suppen und Soßen(http://www.marions-kochbuch.de/rezept/3136.htm), zu Fisch und Geflügel. Er ist verdauungsfördernd und harntreibend.

 

Borretsch – so wertvoll und schön und anspruchslos dazu und dennoch etwas in Vergessenheit geraten.

Borago officinalis

Seit 79 n.Ch. wird er empfohlen, wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung, er wirkt harntreibend als Tee, gegen Husten und Fieber und rheumatische Beschwerden. Man baut ihn seiner Samen wegen gewerblich an, aus ihnen wird ein Öl gewonnen, welches in der Pharmazie gegen Hormonschwankungen und Hautreizungen verwendet wird. Die Blätter sollte man wegen eines enthaltenen Alkaloids in Maßen verwenden, Blüten und samen enthalten es nicht.

Man verwendet Borretsch in der berühmten Grünen Soße, die Blüten schon wegen der Optik in Salaten und Eiswürfeln, in Cocktails und in Frischkäse…, süßen Quarkspeisen…

Die Pflanzen sind nahezu anspruchslos und gedeihen auch auf kargen Sandböden. Sie werden ab März-Juli an Ort und Stelle gesät und zeigen bereits nach ca. 6 Wochen ihre ersten blauen Sternchenblüten. Sonne bis Halbschatten sagen ihm zu und je besser der Boden, desto kräftiger die Pflanzen, sie können bis 90cm hoch werden. Durch Folgeaussaaten verlängert man die Blütezeit und auch als Bienenweide werden die himmelblauen Sterne gern angenommen. Das Laub, die Triebe und Knospen sind behaart  hellgrün. Wird er oft als Unkraut bezeichnet, weil er sich selbst aussät, so sollte man ihm eine Gartenecke anvertrauen in der sonst kaum was wächst und sie werden sehen, sie haben Freude daran.   

http://de.wikipedia.org/wiki/Borretsch

Carum carvi – Kümmel

Diese Pflanze ist zweijährig, bildet im ersten Jahr eine Blattrosette und erst im Folgejahr Blütenstiele, ähnlich denen des Dills. Die Blüten sind weiß. Die Samen enthalten Fettsäuren, Gerbstoff und ätherisches Öl. Kümmel mag Sonne und tiefgründigen, nicht staunassen, aber feuchten Boden. Er wird ab März (nicht abgedeckt) ausgesät. In sehr kalten Wintern sollte man die Pflanze etwas abdecken. Im ersten Jahr kann man mit den jungen Blättern würzen, später mit getrockneten Samen. Es gibt Schnaps auf Kümmelbasis( http://de.wikipedia.org/wiki/Aquavit ) und man nimmt ihn an Wurst, Käse, zu Braten, Suppen und vieles mehr. Er beruhigt den Magen und regt Appetit an.

 

Coriandrum sativum – Koriander

Er ist einjährig wird aber über einen halben Meter hoch. Die Blätter sind stark gefiedert und verströmen einen unangenehmen Geruch. Die Samen werden als Gewürz genutzt und enthalten viel ätherisches Öl. Man nutzt sie vorwiegend in der indischen, mexikanischen, arabischen und chinesischen Küche. Er braucht es sonnig warm und lockeren kalkhaltigen Boden. Klassisch ist die Verwendung als Lebkuchengewürz. In Indien wird er als Bestandteil des Currypulvers genutzt.

 

Cymbopogon flexuosus - Zitronengras

In seine Heimat Indien wächst es ausdauernd, bei uns eignet es sich hervorragend als Kübelpflanze. Es enthält viel Citronellöl. C. nardus schmeckt süßlicher, C. martinii hingegen duftet zart nach Rosen. Das ätherische Öl findet in der Parfumherstellung Verwendung. Es benötigt Sonne und nährstoffreiche feuchte Erde. Man kann es frisch oder getrocknet verwenden, oder einfrieren. Wer die asiatische Küche schätzt für den ist es unabdingbar, es wird wie Lorbeer mit gekocht. Ein Tee aus C. citratus gilt als erfrischendes Getränk. Er wirkt beruhigend und harntreibend.

 

Foeniculum vulgare – Fenchel

Der Gewürzfenchel (F. vulgare var. dulce) ist ein bis zweijährig. Er hat feingefiedertes Laub und Blütendolden ähnlich wie Kümmel, aus denen nach Anis schmeckende Samen heranwachsen. Sie haben einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen. Der Knollenfenchel (F. vulgare var.azoricum) schmeckt roh, oder wie Spargel zubereitet mit brauner Butter, überbacken…

Sonnig und warm mag es Fenchel, der Boden sollte tiefgründig, nährstoffreich, kalkhaltig und durchlässig sein.

Ein Dampfbad mit Fencheltee hilft bei trockener Gesichtshaut. Er wird vorwiegend als sanftes beruhigendes Mittel bei Magenbeschwerden und Husten verwendet, auch in der Kindermedizin.

 

Galium odoratum – Waldmeister

Ist eine mehrjährige Staude mit kriechendem Wurzelstock, die auch in unseren Wäldern heimisch ist. Die lanzettlichen Blätter sitzen sternförmig um die Stängel und im Mai erscheinen kleine weiße Blüten in Trugdolden, sie duften. Der Inhaltsstoff Kumarin ist für das typische Aroma zuständig. Beim Trocknen entfaltet sich der Wirkstoff besonders. Desweiteren enthält er Gerb- und Bitterstoffe und Vitamin C. Verwandt ist der Turiner Waldmeister(Asperula tauriana), der intensiver duftet. Er gedeiht am besten im Schatten und Halbschatten in humosen, feuchten Waldböden. Sollte es über längere Zeit sehr trocken sein benötigt er zusätzliche Wassergaben. Maibowle, Berliner Weiße, Limonade, Eis und Götterspeise kann man sich ohne Waldmeister kaum mehr vorstellen. Getrocknete Blätter als Tee aufgegossen helfen bei Nervosität und Schlafstörungen und wirken blutreinigend.