Pilze sammeln und essen - ein Hobby dem ebenso viele Menschen nachgehen, wie dem Gärtnern ;-)

Auf dieser Seite bin ich mal wieder am Werk, Sandra Riewe, eine Bitte möchte ich an dieser Stelle äußern, es sind alles allgemeine Aussagen und persönliche Erfahrungen und Niemand der sich nicht sicher ist, sollte sie zum Anlass nehmen und einfach so selbst gesammelte Pilze verzehren oder sich gar auf meine Fotos berufen - es sind nur Beispiele und die Variabilität bei den Pilzen ist riesig, also: "Vorsicht ist die Mutter der Porzellenkiste" ! In diesem Sinne viel Spaß und bleiben Sie gesund !

Die ersten - 05.08.2010 - Körnchenröhrling

Der Körnchenröhrling

Er wird auch Schmerling genannt und gehört zu den Schmierröhrlingen, was jeder nur bestätigen kann, wenn er ihn schon einmal selbst gesammelt hat. Charakteristisch ist der schmierige Film auf dem rotbräunlichen Hut und die gekörnte Struktur auf dem Stiel. Er ist ein Mykorrhiza-Partner der zweinadeligen Kiefern, was erklärt warum er vielfach in ehemaligen Kiesgrubengeländen zu finden ist die mit Kiefern bewachsen sind-er möchte alkalische Böden. Er ist ein Speisepilz und zeichnet sich besonders in der Jugend durch leicht milchige Tröpfchenbildung an den Röhren und Stielen aus.  Die klebrige Huthaut sollte am besten schon beim Sammeln entfernt werden, verwechseln kann man ihn eigentlich nicht, alle ähnlichen Arten, wie der Goldröhrling (unter Lärchen) und der Butterpilz und andere sind ebenfalls essbar. Das Fleisch ist weiß und fest (alte Pilze schwammig und meist madig), es verfärbt sich bei Druck und Schnitt nicht. Sein Hut wird bis zu 15 cm breit, man sollte aber junge Pilze bevorzugen, weil sich die Huthaut leichter löst und das Fleisch fester ist.

Nach dem Regen Hochsommerwetter am 21.08.2010 - und endlich viele Pilze

Steinpilz

Diese Bezeichnung steht für verschiedene Arten der Dickröhrlinge (Fichten-, Sommer-, Kiefern-Steinpilz und Bronzeröhrling), da diese für normale Pilzsammler zu schwer zu unterscheiden und allesamt essbar sind. Die Poren sind jung stets weiß und das feste Fleisch verfärbt bei Schnitt oder Bruch nicht, im Alter werden die Poren gelblich. Den Namen Steinpilz gab ihm die feste Struktur des Pilzkörpers, die fester ist als bei anderen Röhrlingen. Er zählt zu den beliebtesten Speisepilzen. Der Fichtensteinpilz kann mit zahlreichen Bäumen eine Symbiose eingehen, besonders häufig steht er nahe der Fichten, er hat eine bräunliche Hutfarbe, weiße bis olivgelbe Poren und festes nicht färbendes Fleisch. Er wird auch kommerziell gehandelt. Seine meist sehr dicken Stiele weisen ein leichtes Netzmuster auf. Wie der Fichtensteinpilz ist auch der Sommersteinpilz ein Mykorrhiza-Pilz, der in diesem Falle vorwiegend in Symbiose mit Eichen und Buchen zu finden ist. Er wird mitunter sehr groß, ein bis 25cm großer Hut und bis 18 cm langer Stiel sind keine Seltenheit. Sein Hut ist oft eher von hellem Braun und reißt bei Trockenheit. Der Kiefernsteinpilz bevorzugt magere ,saure bis neutrale, sandige, trockene bis mäßig frische Böden unter Kiefern und bildet ebenfalls große Fruchtkörper, der Hut ist stark gewölbt und braunrot bis purpurn, das Fleisch weiß und fest, die Poren werden im Alter grünlichgelb, der Stiel ist dick und nuss- bis rotbraun, von einer feinen Netzstruktur überzogen.

 

Die Natur "zeichnet" noch immer die schönsten Bilder...

Rotkappe / Birkenpilz - Rauhfußröhrlinge

Auch hier gibt es verschiedene Arten, wie Birken-, Fichten- und Eichen-Rotkappe, welche jeweils etwas unterschiedlich gefärbt sind und verschiedenen Standorten zuzuordnen sind, alle sind essbar und gehören zu den Raufußröhrlingen, für die ein schuppiger bzw. flockiger Stiel charakteristisch sind. Der Hut ist lange halbkugelig und ist orangerötlich bis braunrot, beim Birkenpilz eher graugelblich. Beim Anschneiden verfärbt sich das Fleisch, meist rosa, blau, grünlich bis hin zu schwarz. Geruch und Geschmack sind schwach und mild. Sie sind eng an ihre jeweiligen Baumarten gebunden und zählen ebenfalls zu den Mykorrhiza-Pilzen. Alle Arten stehen in Deutschland unter Naturschutz und dürfen nur in kleinen Mengen zum Eigenverbrauch gesammelt werden.

 

Folgende Rotkappen und den Birkenpilz fand ich am 10.09.2010

 

Pfifferling

Der Pfifferling ist neben dem Champignon, der wohl bekannteste und beliebteste Speisepilz schlechthin. Er wird auch als Eierschwamm bezeichnet und gehört zur Gattung der Leistlinge. Charakteristisch ist die dotter- bis goldgelbe Farbe, die Hüte sind erst knopfförmig, dann trichterförmig und mit gewelltem Rand. Das Fleisch ist fest und weiß bis gelblich und der Geruch kräftig, aber angenehm. Die Leisten laufen unterm Hut bis in den Stiel aus, diese ist meist verhältnismäßig dick. Es gibt ca. 18 verschiedene Varianten des Pfifferlings. Der Amethyst-Pfifferling mag keinen Kalk, er sucht saure Böden, die frisch und nährstoffarm sind unter Buchen, Fichten und Tannen, während der Weißgelbe oder Blasse Pfifferling (Weizenpfifferling) auf basenreichen und eher trockenen Böden unter Buchen und Eichen zuhause ist und größer und heller als seine Verwandten erscheint. Er ist ein Mykkorhiza-Pilz der vorwiegend in Gesellschaft von Buchen und Gemeiner Fichte zu finden ist, oft in offenem nicht von Moos und Gras zu stark bewachsenem Gelände. Er war früher ein in Deutschland sehr häufiger Speisepilz, dessen Rückgang auf die Luftverschmutzung zurückzuführen scheint, da er sehr empfindlich auf schwefelige Säure reagiert.

 

Auch der Nachbar hatte Glück - ganz andere Ecke - 23.08.2010

Der Blutreizker oder auch Edelreizker

Er gehört zu den Milchlingen, die austretende Flüssigkeit ist bei diesem exzellenten Speisepilz allerdings orangerot, nicht weiß, wie bei anderen Milchlingen. Er ist ein Mykorrhiza-Pilz der Kiefer und wächst auf neutralen bis kalkhaltigen Böden, er neigt dazu von Maden befallen zu werden. Der Hut wird bis 20cm breit und wellig, die Lamellen sind bis an den Stiel heran ablaufend und lebhaft orange, bei Druckstellen und Madenbefall und im Alter treten blaugrünliche Verfärbungen auf. Der Stiel ist im Alter hohl. Ähnlich, aber von der Qualität her minderwertiger ist der Fichtenreizker, der nur unter Fichten vorkommt, auch er ist essbar.

 

Giftige Gesellen...

Fliegenpilze sind doch immer so schön anzusehen..., aber sie sind spät dieses Jahr, erst ab Mitte Sept. 2010 treten sie häufiger auf...

Der Graus eines jeden Pilzsammlers – Gallenröhrlinge

Sie gehören zu den Röhrlingen und ähneln fast den Steinpilzen. Sie sind aber ungenießbar bis  leicht giftig. Bis auf die weißlichen  Röhren, die im Alter rosa sind, den sehr weitgezeichneten Netz am Stiel und dem bitteren Geschmack (Leckprobe!) besitzen sie  die meisten Merkmale der Dickröhrlinge. Schon ein einziger kleiner Pilz kann einer ganzen Mahlzeit den Geschmack versauen. Sie sind Mykorrhiza-Partner von Nadelbäumen, kommen aber auch in Laubwäldern nahe oder auf morschen Stubben vor. Sie bevorzugen saure, nährstoffarme Böden, oft sind sie nahe von Mooren und Sümpfen anzutreffen.

Hier streitet man sich gerne, ob genießbar oder nicht ? !

Weitere Speisepilze

Der Schirmpilz oder Parasol

Der Parasol (Gemeiner Riesenschirmling)  gehört zu einer Gruppe sehr ähnlicher Pilze, die schwer voneinander abzugrenzen sind. Dazu gehören der  Rötende Riesenschirmling (der bei Schnitt rötlich anläuft), der Sternschuppige Riesenschirmling und der dunkle Riesenschirmling. Alle Arten sind essbar, es wird in der Regel nur der Hut verwendet – ähnlich eines Schnitzels zubereitet, oder noch geschlossene Hüte oder Stiele kann man trocknen und zu Pilzpulver verarbeiten, bzw zumindest die Hüte auch in gemischten Pilzen, die Stiele sind zu zäh und hart. Alle Riesenschirmlinge bilden große Fruchtkörper mit jung kugeligen, später schirmartigen bis flachen Hüten von bis zu 30 cm Durchmesser und dünnen Stielen von bis zu 40 cm Länge; die Stielbasis ist verdickt (ähnlich einer Keule). Der jung volle, alt hohle Stiel ist hell, beige,  mit dunkleren Schuppen besetzt. Die Hutoberfläche ist jung haselnuss- bis rotbraun, in zunehmendem Alter auf weißem Grund schuppig aufreißend, in der Mitte braun, zum Rand hin heller werdend. Die breiten Lamellen sind  jung weiß, im Alter cremefarben, sie haben ein sogenanntes Collar (ein Kragen der die Lamellen vom Stiel trennt). Sie kommen vorwiegend in lichten Wäldern, auf Wiesen, Weiden und Trockenrasen vor, die Böden sollten nährstoffreich sein und frisch, die Fruchtkörper erscheinen bei ausreichend Feuchtigkeit schon ab Ende Juni bis in den Spätherbst hinein.

Mein persönlicher Lieblingspilz - die Krause Glucke / Fette Henne

Sie ist wohl die größte oder zumindest schwerste einheimische Speisepilzart, denn sie kann einen Durchmesser von bis zu 40 cm und ein Gewicht bis zu 5 kg erreichen. Sie kommt vorwiegend in lichten Wäldern mit nährstoffarmen, basenreichen Böden vor, auf alten Stubben oder an Stämmen von Nadelgehölzen, vorwiegend Kiefer, aber auch Fichte und Douglasie. Sie bevorzugt Böden, die weder zu nass noch zu trocken sind und wächst von Juni bis fast zum Frost, allerdings liegt die Hauptzeit im Sept./Okt. Sie hat eine blumenkohlartige Struktur, besteht aus verschiedenen Strünken und ähnelt einem Badeschwamm, der leicht im Boden verwurzelt ist. Sie kehrt jedes Jahr an selber Stelle wieder, wenn sie nicht zu tief abgeschnitten wird. Der Fruchtkörper  ist fest, ockerfarben, beige, gelblichbraun, leicht variierend. Innen ist sie weiß, sie riecht kräftig würzig und schmeckt leicht nussig. Ihre kraus-wellige Struktur sieht schön aus, bietet aber Kleintieren, Laub, Nadeln und Sand viel Platz in den Hohlräumen, weswegen sie sich schwer reinigen lässt. (wegen der Viecherchen – einfach eine Weile in starke Salzlauge legen – schon schwimmt alles oben, was man nicht essen möchte). Sie kann in Scheiben wie ein Schnitzel gebraten werden, mit anderen Pilzen geschmort – oder mit Nudeln zusammen in der Hühnerbrühe mit gekocht werden (lecker Suppe – Geheimtipp noch von meinem Opa). Sie ist auch zubereitet noch bissfest und behält ihren kräftigen Geschmack, sie kann einige Tage im Kühlschrank gelagert werden oder auch getrocknet verarbeitet werden.

Krause Glucke an einer Kiefer - 06.09.2010

Seltener, aber dennoch in unseren Wäldern anzutreffen, ist die Eichen-Glucke /  Breitblättrige Glucke. Sie hat eine lockere und meist hellere Lamellenstruktur und wirkt nicht ganz so kompakt. Sie wächst am Fuß von Eichen, Fichten und Weißtannen. Sie ist vorwiegend in der Zeit von September bis November zu finden, in Süddeutschland häufiger und schon ab Juli.

Meine bisher größte Beute dieser Art, so füllte doch eine einzige Krause Glucke den ganzen Korb aus. Und was mich besonders fasziniert sie wuchs an einer Douglasie, es waren in weiterer Umgebung aber auch Kiefern. 10.09.2010

Weil ich selbst bisher kaum Zeit hatte, hat mein bester Freund mir ne tolle Überraschung bereitet, als er mir am 02.09.2010 einen Korb voll Krauser Glucke schenkte. Es waren zwar nur kleine Exemplare, aber super lecker und eine tolle Ergänzung zu den drei Blutreizkern, die ich beim Spaziergang fand.

Der Butterröhrling / Butterpilz

Er wächst ebenfalls in Symbiose mit Kiefern und gehört zu den Schmierröhrlingen, sein Hut ist gelblich braun bis schokoladenbraun, bei Feuchtigkeit schmierig, das Fleisch ist weiß, die Röhren gelblich, das weißliche Velum (hautartige Hülle junger Pilze) anfänglich mit dem Hutrand verbunden bleibt als Ring um den Stiel zurück. Er kommt in ganz Europa vor, vorwiegend in den kaltgemäßigten Zonen und auf sauren nährstoffarmen Böden im September/Oktober meist in größeren Gruppen. Seine Essbarkeit gilt als umstritten, da er Allergien auslösen kann, er schmeckt auch lange nicht so gut wie seine Verwandten, sollte gegebenenfalls vorher abgekocht werden.

Goldröhrling / Goldgelber Lärchenröhrling

Ein schmackhafter und gut aussehender Schmierröhrling, der fast ausschließlich unter Lärchen, selten auch Douglasien vorkommt. Man findet ihn von Juni bis November. Der Boden ist ihm egal, solang er nicht zu trocken oder gar moorig ist. Seine schöne leuchtende Farbe verrät ihn aus einiger Entfernung, er ist goldgelb , orangegelb, manchmal auch zitronengelb, hat einen Hutdurchmesser von bis zu 15 cm und das Fleisch ist hellgelb und läuft meist etwas rosa-bräunlich an beim Schnitt. Wenn man größere Mengen des Pilzes sammelt, sollte man die Huthaut wegen des Schleimens entfernen.

Leckere Pilzpfanne - je mehr Sorten, desto besser der Geschmack...

Hier einige der von mir nicht bestimmten und nur bestaunten Arten, die mir begegnet sind...