Winter im Gartenbau - keine trostlose Zeit, denn einige Pflanzen trotzen Schnee und Kälte

noch ruht alles unter dichtem Schnee...aber dann...

Pflanzenbeschreibungen - Pflegetipps ausgewählter Kulturen

Frostschutz

Einige Pflanzen, die im besonders zeitigen Frühjahr oder gar im Winter blühen, sind zur Bildung einer Art Frostschutzmittel fähig. Die Kälte bewirkt, dass Stärke in Zucker umgewandelt wird, dieser hat einen höheren Molekülanteil im Wasser, der dafür sorgt, dass der Gefrierpunkt in den Zellen etwas herabgesetzt wird, sich so keine Eiskristalle bilden, die sich ausbreiten und die Zellen zerstören würden. Da für diesen Prozess ein bis zwei Tage nötig sind sollte man im GWH gezogene Pflanzen natürlich nicht direkt hinaus pflanzen, bzw. stellen, sondern sie langsam abhärten.

 

Hamamelis x Intermedia, Hamamelis mollis – Zaubernuss

Die Zaubernuss ist ein langsam wachsender Strauch der eine Höhe von bis zu 4m erreicht und ebenso breit werden kann. Die Blütezeit liegt zwischen Dezember und März, wo Büschel duftender kleiner Blüten erscheinen, die farblich von einem hellen Gelb, über Gold und Orange bis in ein tiefes Rot reichen. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein, der Boden durchlässig, aber lehmhaltig und leicht sauer. Ein Schnitt ist im Frühjahr nach der Blüte möglich, geht aber auf Kosten der Blüte im Folgejahr.

Sorten: "Arnold Promise" - leuchtgelb, "Diane" - dunkelrot, "Jelena" - leuchtorange, "Ruby Glow" syn "Rubra superba" - kupferrot

Wikipedia-Beitrag

Bitte beachten Sie, dass wir nicht alle Sorten ständig im Angebot haben können

Wenn Sie besondere oder spezielle Sorten möchten bitte mit uns Kontakt aufnehmen , wir beraten Sie gerne. :  Kontakt

Forthergilla major – Großer Federbuschstrauch

Diese 2-3m hoch werdende Art stammt aus den kühlen, schattigen Bergregionen, blüht ebenfalls weiß und duftet. Er blüht sogar im Frühjahr und im Herbst.

Er kommt aus dem Südosten der USA, ist sommergrün und hat duftende Blüten in aufrechten Ähren, die bürstenförmig sind und auffällige cremeweiße Staubblätter aufweisen. Die Blätter ähneln denen der Zaubernuss, sind im Austrieb leuchtend grün, später dunkelgrün und im Herbst leuchten sie in gelb, orange und rot. Er benötigt durchlässige, aber humusreiche und feuchte Erde und bevorzugt Sonne bis Halbschatten. Ein Schnitt ist direkt nach der Blüte möglich.

Forthergilla gardenii – Zwergfederbuschstrauch

Diese Art wird nur 60- 90 cm hoch und stammt aus dem Küstentiefland der östlichen USA, er blüht weiß und hat rötliches Herbstlaub.

Schneeforsythie  -Abelyophyllum distichum

Die weiße Forsythie (mit der eigentlichen Forsythie nicht verwandt) hat weiße oder zart rosafarbene sternenförmige Blüten, die einen zarten Duft versprühen. Bei uns ist sie eine echte Seltenheit. Die etwa 1,5 cm großen Blüten erscheinen manchmal schon im Januar, bis in den April. Die Variation der Blüte von schneeweiß ins rosa, kann von Jahr zu Jahr veränderlich sein, möglich, dass Boden, Temperatur und Witterung dies beeinflussen, wie genau, kann ich nicht sagen. Sie bevorzugt einen  geschützten, sonnigen Standort und wird mit bis zu 2m Höhe auch in kleinen Gärten ihren Platz finden.

 

Duftschneeball - Viburnum farreri

Er blüht mitunter, je nach Witterung an kahlen Trieben schon im November, hauptsächlich jedoch im Februar bis April. Die Blätter werden im Herbst rot, treiben sie nach der Blüte aus, erscheinen sie auch leicht rötlich. Sonne ist ihm am liebsten, aber er toleriert Halbschatten, liebt Wärme und versprüht mit seinen weißen bis zart rosa Blüten einen schönen Duft. Schwach saure Böden, nicht zu trocken, werden bevorzugt, anspruchslos und  frosthart gelingt seine Kultur in fast jedem Garten. Er eignet sich nicht für den Schnitt, ist aber mit bis zu 4m Höhe in jedem Garten und Park der Star, sollte wegen des Duftes, aber auch im Winter gut zugänglich an einen Weg oder so gepflanzt werden.

Duftheckenkirschen oder Winterheckenkirschen / Geißblatt  - Lonicera x purpusii

Sie beginnen meist schon im Nov./Dez. mit der Blüte, diese erscheinen einzeln am kahlen Trieb und sind weiß und besitzen einen schönen Duft. Sie wachsen als ein breitbuschiger Strauch mit überhängenden Trieben und werden bis 2 Meter hoch. Die Blätter sind länglich und frischgrün, vorm Austrieb erscheinen die cremeweißen Blüten, rote Beeren im Sommer/Herbst. Je nach Standort und Witterung zieht sich die Blütezeit bis in den April, ihr Standort sollte sonnig/halbschattig sein, ein normaler Gartenboden ist vollkommen ausreichend, Schnitt erfolgt, wenn nötig, nach der Blüte. An besonders geeigneten Standorten oder milderen Gegenden ist dieser Strauch wintergrün, was bedeutet, dass seine Blätter erst spät im Winter abfallen.

 

Jasminum nudiflorum - Winterjasmin

Der Winterjasmin blüht zwischen Ende November und dem zeitigen Frühjahr, hat an Forsythien erinnernde Blüten und bis zu 3m lange, dünne, gebogene Zweige, die dankbar sind, wenn Sie an einem Zaun oder ähnlichem Halt finden.

Diese Pflanze ist anspruchslos, gedeiht in Sonne bis Halbschatten auf fruchtbaren, durchlässigen Böden am besten. Ein kräftiger Rückschnitt nach der Blüte ist empfehlenswert.

 

Virburnum x bodnantense - winterblühender Schneeball

An den im Winter völlig kahlen Zweigen erscheinen oft schon ab dem Spätherbst duftende rosa-weiße Blüten. Er wird bis 3m hoch, wächst sonnig bis halbschattig auf durchlässigem, nährstoffreichem Boden, verträgt keine stauende Nässe.

Auch hier empfiehlt sich ein leichter Schnitt nach der Blüte.

Die bekanntesten Sorten sind "Dawn" - rosa und " Charles Lamont" mit hellrosa Blüten.

 

Virburnum x burkwoodii

Diese Art ähnelt der eben beschriebenen, ist aber halbimmergrün, hat glänzendes Laub und blüht später erst in Richtung Frühjahr.

Bekannte sorten sind hier " Anne Russell" - weiß blühend und kompakt im Wuchs, sowie " Park Farm Hybrid", deren Blüte vom kräftigen Rosa bis ins Weiß verblasst.

 

Daphne mezereum - Seidelbast

Der Seidelbast ist in allen Pflanzenteilen giftig. Er bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort in nicht zu trockenem Boden. An dem etwa einen Meter hohen, wenig verzweigten Strauch erscheinen Ende Februar/Anfang März dicht gedrängt kleine kräftig-rosa Blüten mit starkem Duft. Ab Juni etwa zieren ihn leuchtend orangerote Beeren, die Blätter erscheinen fast ausschließlich in Büscheln an den Triebspitzen. 

Die roten, erbsengroßen Früchte sind keine Beeren, sondern Steinfrüchte, diese Früchte und die Rinde sind am gefärhlichsten und giftigsten, das Gift kann auch durch die unverletzte Haut aufgenommen werden – Handschuhe !!! Der Boden sollte ausreichend nährstoffreich und feucht und kalkhaltig sein, ohne Staunässe.

 

 

Chimonanthus praecox – Winterblüte

Es gibt 6 Arten der sommergrünen, aus China stammenden Sträucher. Die Blätter sind oft derb und glänzend, die Blüten ähneln der Zaubernuss sind aber lange nicht so filigran, duften aber süß nach Honig. Die Pflanzen sind zwar winterhart aber die Blüten frostempfindlich, weshalb sich ein geschützter Platz an der Hauswand empfiehlt. Sie möchte einen sonnigen Platz und fruchtbaren, durchlässigen Boden. Wenn ein Schnitt nötigt scheint, dann nur direkt nach der Blüte. Der auch Honigstrauch genannte Busch hat blass gelbe bis weißliche, Luteus rein gelbe Blüten.

Er ist winterhart bis -28°C frosthart .Die Blüten sind meist creme-gelb und haben ein rotes Auge in der Mitte, er blüht manchmal schon ab Dez., Hauptzeit jedoch ist Feb./März. Die im Herbst meist gelben Blätter erscheinen erst nach der Blüte. Er bevorzugt einen geschützten Platz in Haus-Nähe, da er in der Jugend noch sehr empfindlich ist, später jedoch kann er Höhen um 3m erreichen. Schneiden sollte man ihn wenig, da er am zweijährigen Holz blüht.

 

Cornus mas - Kornelkirsche

Die winzigen gelben Blüten erscheinen übermäßig reichlich an dicken, wie dünnen Zweigen im Winter bis ins Frühjahr hinein, lange bevor erste Blätter treiben. Im Sommer trägt sie essbare rote Früchte. Sie  kann bis 10m hoch werden und ihre Sorte Variegata hat weißgerändertes Laub. Die Knospen der Kornelkirsche kann man in Butter dünsten und in den Salat geben. Aus den Kirschen kann man mit hochprozentigem Klaren,etwas Zimt und Nelken sowie Rosinen einen Likör ansetzen,der nach etwa drei Monaten durchgezogen ist, bei Zimmertemperatur und im Dunkeln.

 

Corylopsis – Scheinhasel

Die Scheinhasel ist ein laubwerfender Strauch aus Japan und China, welcher hängende Blütenähren in hellgelb oder gelblichgrün, noch vorm Blattaustrieb trägt. Die grobgezähnten Blätter erscheinen erst spät im Frühjahr. Sie sind für Waldböden (sauer und humos, feucht)geeignet und mögen kühles Klima und Halbschatten.

Corylopsis glabrescens nennt sich die duftende Scheinhasel. Sie hat zitronengelbe Blüten und Stammt aus den Bergen Japans.

Corylopsis pauciflora ist die Hahnenfuß-Winterhasel. Sie hat wenige aber leuchtendgelbe und weiter geöffnete Blüten als die anderen Arten und ist in Japan und Taiwan heimisch. Sie bevorzugt einen geschützten Standort und wird bis 2m hoch.

Corylopsis sinensis stammt aus China und ist die attraktivste der Art. Sie wird bis 4m hoch und trägt Unmengen an hell gelbgrünen Blüten, denen  spitz zulaufende Blätter folgen. Eine weitere Sorte ist Corylopsis s. f. veitchiana, die kompakter wächst, aber weniger voll blüht.

Corylopsis spicata ist die Winterscheinhasel, kommt aus Japan wächst langsam und erreicht etwa 2m. Die Blüten sind weniger regelmäßig angeordnet und hellgelb.

 

Coryllus  – Hasel

Es gibt etwa zehn Arten dieser laubwerfenden  Sträucher oder Bäume, die wegen der essbaren Nüsse geschätzt werden. Die Blätter sind gezähnt und stark geadert. Die einhäusigen Pflanzen bilden männliche Blüten in Form von schlanken Kätzchen, sie blühen vorm Blattaustrieb. Die weiblichen sind kleine grüne Knospen an den Triebspitzen aus denen im Spätsommer die Nüsse entstehen. Sie mögen Sonne bis Halbschatten, leicht feuchten, kalkhaltigen Boden und ausreichend Platz, sonst sind sie anspruchslos. Für eine optimale Nussernte sorgen feuchte Sommer und Winter an denen mindestens  1000 Tage mit Temperaturen unter  7°C sind.

 

Coryllus avellana – Waldhasel

Sie wird bis fünf Meter hoch, blüht im zeitigen Frühjahr und trägt ihre Früchte im Spätsommer. Das Herbstlaub ist blassgelb.  Die Sorte Contorta hat gedrehte Zweige und Blätter.

 

Coryllus maxima – Lambertsnuss

Sie stammt aus Südeuropa und wächst eher baumartig. Die jungen Triebe haben klebrige Härchen. Der größte Unterschied sind die längliche und viel größeren Nüsse. Die Sorte“ Purpurea“ ist als Zierpflanze beliebt ihr purpurner Austrieb verblasst zum Sommer hin in schmutziges Grün, in voller Sonne bleibt er manchmal purpurn.

Stachyurus chinensis - Chinesischer Perlschweif

kaum 2 m hoher, sommergrüner, zuverlässig winterharter Blütenstrauch für den Garten, hellgelbe Blütenglocken oft schon ab Februar, Blütenknospen werden schon im Herbst zuvor gebildet, das Herbstlaub ist besonders bei der Sorte "Celina" schön rot, leicht feuchte Böden und luft-feuchte Plätze, die nicht unter sommerlicher Hitze leiden, Substrate sandig-lehmig und damit zugleich nährstoffreich, Trockenheit meiden, da sie zu vorzeitigem Laubfall führen kann, besser auspflanzen in Kübeln nur bis -15°C sicher frosthart

 

Sarcococca – Duftblüte

Sie gedeiht im Halbschatten oder Schatten, bei ausreichend feuchtem Boden auch sonniger. Eine Kultur in unseren Breiten ist schwierig, da sie einen sehr geschützter Platz benötigt, da die Triebe empfindlich gegen starken, langanhaltenden Frost und austrocknenden Wind sind. Es empfiehlt sich Schutz aus Fichtenzweigen oder Schilfrohrmatten oder Jutegewebe. Am besten pflanzt man ihn in Moorbeeterde , saure Erde und hält ihn mit Regenwasser gleichmäßig feucht, denn er reagiert auf Kalk und Trockenheit empfindlich, passt gut zu Rhododendren und Azaleen. Ein hoher Humusanteil und das Mulchen sind ebenfalls erwünscht. Schneiden kann man ihn, wenn nötig direkt nach der Blüte. Die Varietät Sarcococca hookeriana var. digyna, syn. Sarcococca humilis, Sarcococca hookeriana var. humilis ist ein Zwergstrauch, der breiter als hoch wird, Höhe um 60 cm und frostverträglicher ist als seine große Verwandte. In Nordostdeutschland ist eine Kultur im Garten immer mit etwas Glück verbunden.